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Tonic oder Toning – ein Pflege-Allrounder zu Hause und im Institut

Tonic oder Toning – ein Pflege-Allrounder zu Hause und im Institut


 


 

Werden diese Produkte den Vorstellungen als perfekter Pflegebegleiter gerecht?

 


 

Nach der klassischen Definition ist ein Tonic – zu Deutsch Gesichtswasser – meist ein alkoholhaltiges, flüssiges Produkt zur Klärung der Haut nach der Reinigung. Es wird in der Regel auf ein Wattepad gegeben und so auf der Haut verteilt. Dabei erfüllt es verschiedene Funktionen. Zum einen löst es noch verbliebene Make-up-Reste sowie Kalkspuren des Wassers von der Haut. Zum anderen wirkt es antibakteriell und entzündungshemmend. Überdies dient es dazu, den pH-Wert der Haut nach der Reinigung schneller auf den hautneutralen Wert zu bringen. Vor allem aber soll ein Gesichtswasser die Haut erfrischen und klären, mit Feuchtigkeit versorgen, die Poren verfeinern und den Teint rosig werden lassen. Das klingt, als sei das Tonic ein Genie unter den Pflegeprodukten? Ja, tatsächlich, kann das Produkt sehr viel – wenn auch nicht immer alles auf einmal.

Die unterschiedlichen Arten

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Haut zu tonisieren. Der meistgekaufte Klassiker ist das wässrige, alkoholhaltige Tonic. Es besteht zu über 85 Prozent aus Wasser oder Hydrolaten, also wässrigen Pflanzenauszügen. Diese erhöhen die Wirkstoffkonzentration im Tonic. Je nach Hautbild setzt man dem Gesichtswasser unterschiedliche Extrakte und Pflanzenauszüge zu. Für eher fette Haut eignen sich das antibakteriell wirkende Manukaöl, die keimtötende und Vitamin-C-haltige Kapuzinerkresse oder die Hamamelis. Ist die Haut trocken und sensibel, kommen Wundklee, intensiv feuchtigkeitspendendes Aloe Vera sowie das vor schädlichen Umwelteinflüssen schützende Lotus zum Einsatz. Tonics für sensible und trockene Haut sollten möglichst keinen Alkohol enthalten.

In den letzten Jahren hat das Angebot an tonisierenden Gelen immer mehr zugenommen. Gele vereinen zwei Pflegeeigenschaften: Sie erfrischen und tonisieren und spenden der Haut zugleich noch mehr Feuchtigkeit, da hier frische Blattgele, wie das der Aloe Vera oder der neuseeländischen Harakekepflanze, eingesetzt werden. Toninggele vermitteln noch mehr das Gefühl, dass die Haut mit Feuchtigkeit versorgt wird.

Was das Tonic in der Pflege leistet

Dem Toning werden zahlreiche pflegende Eigenschaften zugeschrieben. Kann man diese so stehen lassen? Betrachten wir die folgenden Aussagen:


Das Tonic löst verbleibende Make-up-Reste.

Ich bin der Meinung, dass eine gute und gründliche Reinigung das Gesicht absolut sauber hinterlässt. Ein Make-up-Entferner sollte das komplette Make up sanft aber gründlich lösen und mit Kosmetiktüchern, Wattepads oder Mikrofasertüchern abgenommen werden. Die anschließende Reinigung mit einem Waschgel oder einer Reinigungsmilch löst alle dann noch auf der Haut befindlichen Schmutzpartikel – die Haut ist jetzt klar und sauber.


Ein Tonic löst Kalkreste von der Haut.

Diese Aussage habe ich schon in meiner Kosmetikausbildung nicht wirklich verstanden. Warum sollte nach dem Waschen mit Wasser Kalk auf unserer Haut sein? Kalk löst sich erst bei Temperaturen von über 65 °C aus dem Wasser. Das ist eine Temperatur, die wir bei der Gesichtspflege nicht erreichen. Und selbst wenn sich doch einmal etwas Kalk lösen sollte, trocknen wir das Gesicht ab. Genau wie den Körper nach dem Duschen oder Baden – hier müssen wir uns auch nicht tonisieren um „kalkfrei“ zu bleiben.


Ein Tonic verfeinert die Poren.

Das ist sicherlich für viele Frauen und zunehmend auch Männer, ein zugkräftiges Verkaufsargument. Ein ebener Teint mit feinen Poren ist der Wunsch vieler. Einem Tonic kann man sehr wirkungsvolle adstringierende Wirkstoffe zusetzen. Adstringierend, also zusammenziehend, sind zum Beispiel Schafgarbe, Hamamelis, Weihrauch und Arnikaextrakt. Die Schafgarbe eignet sich zudem für After Shave Produkte, da sie auch eine blutstillende Eigenschaft hat.


Den pH-Wert der Haut neutralisieren

Ein Reinigungsprodukt hat meist einen sehr niedrigen pH-Wert zwischen 3 und 4, um seine schmutzlösende Funktion besser erfüllen zu können. Daher fühlt sich vor allem feine und sensible Haut nach der Reinigung manchmal trocken an und spannt. Die Haut hat „Durst“. Hier kommt die feuchtigkeitsspendende Wirkung eines - am besten alkoholfreien Tonics - ideal zur Geltung. Vor allem weil es, wie oben beschrieben, Nährstoffe der anschließenden Pflege besser in die Haut transportiert.

Diese lange Liste sehr positiver Eigenschaften erklärt, warum wir im Institut das Toning auch im Rahmen einer Gesichtsbehandlung einsetzen sollten. Zu erwähnen ist noch, dass ein eher wässriges Produkt sehr feinmolekular ist und den Wirkstoffen der anschließenden Pflege als Wegbereiter für die Aufnahme in die Haut dient. Bei eher fettiger Haut nutzen wir die antibakteriell wirkende Eigenschaft des Tonic, um die Haut nach der Ausreinigung zu schützen. Bei trockener und anspruchsvoller Haut nutzen wir die feuchtigkeitsspendende Wirkung eines tonisierendes Gels. Es kann zum Beispiel die Feuchtigkeitsgelmaske ersetzen.

Mein Fazit: Halb Gesichtsreinigung, halb Pflege, ist ein Gesichtswasser der perfekte Vermittler zwischen den Hautpflege-Welten. Für Kosmetikerinnen ist das Tonic sicherlich unverzichtbar und als Produktempfehlung für die Heimpflege ein Muss!

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